neue Landeshundeverordnung in NRW

30.12.2001

Für Nordrhein-Westfalens Hundebesitzer stehen ab dem 1. Januar 2002 etliche Neuerungen an. Bereits im Juli 2000 trat die NRW-Landeshundeverordnung in Kraft, die verschärfte Regeln – wie die Maulkorbpflicht – für bestimmte Hunderassen vorsieht. Die Halter von Hunden, die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder aber ein Gewicht von mindestens 20 kg erreichen, sind nun zusätzlich gefordert. Hunde, die eine der beiden Kriterien erfüllen, dürfen nur von Personen gehalten werden, die die dazu erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten (Sachkunde) besitzen und über die dafür notwendige Zuverlässigkeit verfügen. Die Kenntnisse und Fähigkeiten sind der zuständigen Behörde für jeden gehaltenen Hund durch eine
Bescheinigung der Tierärztekammer des Landes Nordrhein-Westfalen nachzuweisen. Rund 400 Ärzte wurden deshalb in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf geschult, um, via Fragebogen und Einzelgespräch, über die individuelle "Sachkunde" des jeweiligen Tierhalters zu entscheiden.
Die Aachener Tierärztin Anja Pape sieht die neuen Vorschriften positiv: "Die neue Verordnung dient dem Schutz des Bürgers. Wie zum Fahren eines Autos muss man auch zum Führen eines Hundes qualifiziert sein." Der Sachkundenachweis entfällt für Halter, die ihren Hund länger als drei Jahre besitzen. Verbindlich ist allerdings ab Januar 2002 die elektronische Markierung der "20/40er"-Hunde. Ein stromloser Identifikationschip wird jedem Hund unter die Haut gepflanzt und bietet Registrierungssicherheit. Der Chip verwächst mit der Bindehaut des Hundes, ist völlig schmerzfrei und speichert die Daten ein Tierleben lang. Die Identität des Hundes (Rasse, Gewicht, Größe, Geburtsdatum, Fellfarbe, Chipnummer) wird in einer zentralen Datenbank gespeichert und kann so per Lesegerät durch den Nummerncode des Chips bei jedem Hund sofort ermittelt werden. Somit ist auch die Identität des Halters bekannt, der verpflichtet ist, die Daten der zuständigen Behörde mitzuteilen.